Künstliche Intelligenz – Mangelware
Nach dem tödlichen Unfall mit einem autonom fahrenden Fahrzeug im März 2018 ist die blauäugige Faszination hinsichtlich der Möglichkeiten Künstlicher Intelligenz (KI) großer Skepsis gewichen. Im Rahmen eines Jour-fixe der TELI, der weltältesten Organisation von Technik- und Wissenschafts-Journalisten, stellte Klaus Lindinger, Digital Innovation Officer von dataWerks, ein Projekt vor, das Chancen und Risiken von KI zugleich aufzeigte. In der vom TELI-Vorsitzenden Arno Kral moderierten Veranstaltung kamen die meisten Anwesenden zu einem wenig schmeichelhaften Resümee: Die Künstliche Intelligenz ist immer noch mehr Schein als Sein.


Von Peter Knoll

Künstliche Intelligenz, kurz: KI. Über kaum ein anderes Thema kursieren derart viele Missverständnisse und Falschinformationen im Web oder in Medien. Als Leuchtturm-Projekte gelten Beispiele wie computergestützte Schach- oder Go-Programme, die sogar amtierenden Weltmeister zu schlagen vermögen. Doch kaum jemand hinterfragt, wieviel menschliche Intelligenz in Form von abertausenden Stunden Entwicklerarbeit in diesen Programmen steckt.
Zu den wenigen in der Praxis erprobten KI-Lösungen zählt der Ansatz der deutschen Firma dataWerks: Statt alle verfügbaren Daten abzuarbeiten, greift sich dataWerks selektiv die relevanten heraus und reduziert bereits vor der Übertragung das Original-Datenvolumen um rund 90 Prozent. „Durch die an die Funktionsweise des Mittelhirns – dem Mandelkern – angelehnte muster-basierte Daten-Indexierung werden ca. 95 Prozent aller Abfragen direkt innerhalb der dataWerks-Plattform abgearbeitet“, berichtete Lindinger. Dadurch sei es möglich, binnen Sekunden zu Ergebnissen zu kommen, für die sich die Recherchen sonst eineinhalb Tage hinziehen würden. Dank dieser Technologie sei es laut Lindinger gelungen, in großen US-amerikanischen Freizeitparks mehrere Probleme gleichzeitig zu lösen, in denen RFID-Armbänder auf freiwilliger Basis verteilt werden; die Informationen von diesen Bändern werden dann mit anderen kombiniert und verarbeitet: Kinder, die im Gewühle verloren zu gehen drohen, lassen sich im Handumdrehen auftreiben. Wartezeiten in Restaurants gibt es nach Aussage von Lindinger praktisch nicht mehr, kulturelle Missverständnisse lassen sich durch die Verknüpfung von Informationen ebenfalls abfangen. Sobald längere Warteschlangen auftreten, könne der Freizeitbetreiber Künstlergruppen an die Brennpunkte schicken oder Gutscheine an die Wartenden verteilen. „Aus Frust wird Einkaufslust“, resümierte Lindinger das Erfolgsrezept, das nach einem Bericht des Harvard Business Managers dem Betreiber der Parks rund 500 Millionen US-Dollar an zusätzlichen Umsätzen beschert. „Der Return on dataWerks-Invest bei 360° CX liegt bisher beim über 200-fachen“, sagt Lindinger.
In der anschließenden, intensiven Diskussion kamen auch weitere Einsatz-Möglichkeiten der dataWerks-Technologie zur Sprache. 
Beispielsweise bietet sie sich zur Verbrechensbekämpfung an, kann aber auch zur Totalüberwachung führen. Mit Blick auf viele KI-Projekte, die „unter Laborbedingungen gut funktionieren, nicht jedoch in Wirklichkeit“, fasste Moderator Arno Kral die lebhafte Diskussion zusammen: „Wir brauchen eine intelligente Künstliche Intelligenz!“

Klaus Lindinger: „Lösungen, die auf Künstlicher Intelligenz tatsächlich und nicht nur im Labor funktionieren, sind selten – hier gibt es viel Schaumschlägerei!“
Aus Milliarden Einzelinformationen die wenigen relevanten herauspicken – das kann laut Referent Klaus Lindinger die zum Patent angemeldete dataWerks-Plattform.
 Massendaten-Verarbeitung in Echtzeit verspricht dataWerks durch eine Kombination von Datenverschlankung und musterbasierter Informations-Korrelation. Daten aus unterschiedlichesten Quellen lassen sich laut dataWerks verwenden.
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